2 Jahre FoodFighters

von Michael Schieferstein 18. April 2014 um 17:35 Uhr

 

FoodFighters: So fing es an

Dass es auch anders geht wollte Valentin Thurn mit der bis heute noch größten Kochshow Deutschlands zeigen. Kochen rein mit Ausschussware für mehr als 3.000 Menschen. Da sich diese Kochshow mit Ausschussware bis nach Berlin herumsprach, wurden Valentin Thurn und Michael Schieferstein als Sachverständige nach Berlin in den Bundestag eingeladen.

Seit dem setzen sich Valentin Thurn und Michael Schieferstein gemeinsam, jeder auf seinem Fachgebiet, hartnäckig in einer Vielzahl von Projekten gegen Lebensmittelverschwendung und für die Wertschätzung unserer Nahrungsmittel ein. Seit dieser Zeit geht es Stück für Stück im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung aufwärts.

Exakt vor zwei Jahren, am 19. April 2012, gründete Michael Schieferstein mit drei Koch-Kollegen, die mittlerweile eigene Wege gehen, und seinem Bruder Andreas, ebenfalls Koch, die Initiative „FoodFighters“. Der Grund für diesen etwas martialisch klingenden Namen: So viel Aufmerksamkeit wie möglich für das Thema Essen und für den Kampf gegen die Verschwendung zu erreichen. Schließlich ist ja auch nahezu jede Musikband bestrebt, einen gut klingenden Namen zu haben warum nicht auch die FoodFighters.

Was die FoodFighters bis dato erreicht haben und wo es hingeht

Michael Schieferstein als Sachverständiger in einem Ausschuss des Deutschen Bundestages, des rheinland-pfälzischen Landtages und immer wieder Berater in Fachsymposien des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums, das sind nur drei Stationen, die zumindest zeigen, dass politisches Interesse an dem Thema Lebensmittelverschwendung und gleichzeitige ‑wertschätzung besteht. Es gab zahlreiche Kochshows, Diskussionsrunden mit Jung und Alt, Fernsehauftritte von ARD-Büffet bis Stern TV. Und Lebensmittelrettungsaktionen wie letzten Winter: Weit über eine Tonne Bio-Kürbisse, zu klein für den Handel sollten untergepflügt werden. Sie fanden in einer aufwändigen Aktion in nur einer Stunde Abnehmer. Von der Tafel bis zum leidenschaftlichen Hobbykoch. Weitere Lebensmittelrettungsaktionen gingen dem voraus und folgten, sodass in nur zwei Jahren bereits etwa 30 Tonnen Lebensmittel anstatt vernichtet wurden auf dem Teller gelandet sind.

Buch: Projekt: Globaler Wegwerf-Wahnsinn

Im Zuge seiner Arbeit und der erschreckenden Fakten, die FoodFighter Michael Tag für Tag erlebte, entstand das Buch „Projekt: Globaler Wegwerf-Wahnsinn“ von Michael Schieferstein, welches letztes Jahr auf den Markt kam und im Selbstverlag erhältlich ist. Selbstverlag aus dem Grund, dass der Preis hierfür so gering wie möglich sein sollte, sodass sich so viele Bürger wie möglich über das dem Titel entsprechende Thema zu informieren können. Es zeigt die knallharten Fakten ebenso auf, wie Lösungsvorschläge und Praxistipps für Jedermann in den eigenen vier Wänden.

Ein Projekt macht Schule: Schnippeln, kennenlernen, kochen und gemeinsam essen

FoodFighter Michael startete zum Schuljahr 2013/14 ein europaweit einzigartiges Schulprojekt an der Goethe-Grundschule in Mainz, eine Integrationsschule in einem sozialen Brennpunkt. Das Projekt sollte mehr sein, als ein Schulapfel, gutes Essen in der Kantine, oder andere Ansätze, die Schülern gesundes Essen nahebringen sollen. Sein Ansatz: „Aus der Praxis, für die Praxis: Nur wer mit wertvollen Lebensmittel auch umzugehen weiß, weiß sie auch zu schätzen“.

Das Ergebnis: Das Schulprojekt ist in einem halben Jahr ein voller Erfolg. Die Schüler sind mit Leidenschaft dabei. Es wird aufmerksam zugehört, geschnippelt, gerührt, am Herd gearbeitet. Der Erfolg: Alle essen mit Begeisterung und in der sozial gestärkten Gruppe, das Selbstgekochte. Die Schüler lernen wie nebenbei, aber mit hohem Aufmerksamkeitsgrad, dass Lebensmittel einfach toll sind, man Vieles selbst machen kann und dass diese wertvollen Lebensmittel auch noch gut schmecken.

Das große Ziel: Das zweistündige Schulprojekt „ABC der Lebensmittelwert-schätzung“ wird nicht nur ein einmaliges Projekt an einer Schule und in einer Klasse, sondern Bestandteil des deutschlandweiten Lehrplans.

Der „Gute Lebensmittel aus dem Topfgarten“-Blog, muhvie.de

Ehrenamtlich haben die FoodFighters auf dem Blog Muhvie.de dieses Frühjahr zudem eine Balkongarteninitiative gestartet. Denn: Jeder kann sich gute und günstige Lebensmittel leisten. Es ist zwar mit etwas Arbeit verbunden, doch, letztlich macht es auch Spaß, ist umweltfreundlich, können Lebensmittel kaum frischer sein. Wenn man bedenkt, dass es etwa 55 Millionen Balkone und Terrassen in Deutschland gibt, ist das Potenzial groß. Würde jeder auch nur ein klein wenig seiner eigenen Lebensmittel selbst auf kleinstem Raum anbauen, die positiven Auswirkungen wären immens. Muhvie.de gibt Praxistipps, die jeder auch ohne grünen Daumen umsetzen kann und über die Themen Obst und Gemüse hinausgehen werden, etwa die gefährdete Artenvielfalt von Insekten und Vögeln berücksichtigen wird.

Die FoodFighters heute: 16 Männer und Frauen in einem Boot

Ein mehr oder weniger aktives Team aus 16 engagierten Menschen, das sind heute, im Frühjahr 2014 die FoodFighters. In dieser Gruppe wird ganz aktuell geplant, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, der in naher Zukunft deutschlandweit und in jeder großen Stadt rastlos ist. Aufklärt und aktiv ist, um den Menschen das Thema der Verschwendung nahezubringen.

Jetzt heißt es einmal mehr Ärmel hochkrempeln, frei nach dem mittlerweile geflügelten Wort „Yes, we can!“. Neue Ressourcen generieren und die aktuellen Projekte erfolgreich abzuschließen. Damit dies gelingt, bildet FoodFighter Michael Schieferstein immer wieder neue FoodFighters aus. Dies stärkt und entlastet das Führungsteam gleichermaßen.

Ziel: Lebensmittelmüll um 40 Prozent reduzieren

Das Ziel der FoodFighters ist es, die Lebensmittelverschwendung um mindestens 40% einzudämmen. In der Landwirtschaft, hier werden alleine mehr als ein Drittel aller erzeugten Lebensmittel untergepflügt, da zu groß, zu klein oder nicht der Norm entsprechend. Im Handel, der Gastronomie aber auch in Privathaushalten sieht es nicht anders aus. Das wollen die FoodFighters ändern.

Dank der guten Zusammenarbeit im FoodFighters-Team, den Netzwerken und Partnern freuen sich die FoodFighters immer wieder auf die gemeinsame Umsetzung vieler beeindruckender Projekte. Auch wenn der Kampf sich sehr oft schwierig gestaltet und die Politik die Projekte bis dato noch nicht unterstützt.

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